Der Erfolg einer Destination wird bis heute in Übernachtungen gerechnet. Die Zahl sagt, wie viele gekommen sind. Sie sagt nicht, was geblieben ist — im Ort, in den Betrieben, bei den Menschen, die dort das ganze Jahr leben.
Die Größe, um die es Peter Nagel geht, ist die Gesamtwertschöpfung: Was trägt ein Gast zur regionalen Wirtschaft bei, wie viel davon bleibt vor Ort, welche Betriebe leben davon, und wie verteilt sich das über das Jahr? Wer so rechnet, entscheidet anders — über Zielgruppen, über Investitionen, über Veranstaltungen, über die Frage, welche Gäste eine Region eigentlich sucht.
Masse zu Klasse ist deshalb keine Absage an den Tourismus, sondern an seine Beliebigkeit. Ein Ort, der von seinen Gästen lebt, ohne unter ihnen zu leiden, bleibt für beide Seiten attraktiv — für die Einheimischen und für die, die wiederkommen. In der Fachdiskussion heißt das regenerativer Tourismus. In der Praxis heißt es: rechnen, priorisieren und den Gremien, Betrieben und Bürgern erklären, warum.